Mediatisierung, Digitalisierung, Medien, Mensch: Bremer Stadtmusikanten einmal anders

IMG_3822.jpgJa, ihr habt recht, ich habe hier schon lange nichts mehr geschrieben. – Eine Begründung hierzu folgt noch zeitnah. Nur so viel: Die Begründung ist jetzt 9,5 Monate alt und heißt Alma. Dieser Begründung möchte ich den folgenden aktuellen Beitrag vorziehen.

Am 20. und 21. fand am ZeMKI der Universität Bremen die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik der DGfE (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft) unter dem Motto „Medienpädagogik in Zeiten einer tiefgreifenden Mediatisierung“ statt. Dabei waren die eingeladenen Keynotes und Beiträge sehr heterogen und haben je unterschiedliche Disziplinen repräsentiert. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass einige Diskussionen angeregt und sich während der Tagung nur wenige leitende Argumente herauskristallisiert haben. Auf einige offene Fragen, die ich mir mitgenommen habe und die seitdem Kreise in meinem Kopf ziehen, möchte ich im Folgenden eingehen:

Zum Ersten ist es m.E. bemerkenswert wie unterschiedlich die zentralen zu verhandelnden Begriffe wie Mediatisierung, Medien, Mensch oder auch Kommunikation je definiert wurden und wie sie mit weiteren Begriffen wie bspw. Digitalisierung, Medialisierung und Medialität in Beziehung gesetzt wurden. Ich möchte im Folgenden – etwas humoristisch und nicht ganz ernst gemeint – die Bremer Stadtmusikanten, Wahrzeichen der Hansestadt Bremen als Metapher dieser Beziehungsordnung verwenden.

  • Bild 1: Nimmt man die Bremer Stadtmusikanten als Bild der hierarchischen Ordnung genannter Begriffe, so kann als Basis aller Überlegungen überhaupt – der Esel – etwa die kommunikative Konstruktion von Welt und der Mensch als soziales Wesen stehen, der für seine Kommunikation eben auch Medien – die Ebene des Hundes – verwendet , die sich –die Katze – nun als digital zeigen und insofern spezifische kulturelle Handlungen – der Hahn – hervorbringen.
  • Bild 2: Oder ist die Mediatisierung, unabhängig ob digital oder nicht, der Esel, der den Mediengebrauch bedingt – Hund, der wiederum soziale Beziehungen – Katze – bedingt und insofern zu spezifischen kulturellen Handlungen – Hahn – beiträgt.
  • Bild 3: Oder noch einmal anders: Ist die Digitalisierung der Esel, Medien der Hund, der Mensch die Katze und die, über digitale Medien figurierte Kommunikation der Hahn?
  • Bild 4:  Oder ist es ganz anders und alle Tiere liegen wild durcheinander im Stall; sozusagen auf einem „Sauhaufen“? Wer ist jetzt wer? – Das darfst du dir selbst aussuchen.Bremen_Tiere_Foto_Blog.png

Selbstverständlich war die Beschreibung dieser Bilder willkürlich. Aber gerade die Auseinandersetzung mit diesen Begrifflichkeiten sollte keiner Willkür, sondern einer Orientierung an Leittheorien folgen, die dann ein In-Beziehung-Setzen erlaubt.

Zum Zweiten beschäftigt mich, dass – oft auch unabhängig der disziplinären Verortung der Vortragenden – ein Mehr an Interdisziplinarität und eben auch ein Bezug zur Medienwissenschaft angeregt wurde. Und neben der Interdisziplinarität hat sich die Rede von der Internationalisierung auf zwei Ebenen gezeigt.

  • Einerseits als Ziel der Sektion sich selbst stärker am internationalen Bankett zu bewegen und damit verbunden auch der Wunsch des medienpädagogischen Nachwuchses etwa zu einem Workshop der Übersetzung deutschsprachiger Medienpädagogik-Begriffe ins Englische sowie zu einer Tagung, wo der Vergleich unterschiedlicher internationaler Konzepte im Zentrum stehen soll.
  • Andererseits aber auch die Öffnung der deutschsprachigen, westlich-orientierten Perspektive der Medienpädagogik. Und ja, das war mein Thema J, aber das kreist gerade immer noch stark in meinem Kopf herum. Dies fand sich schon in der sehr spannenden Keynote von Prof. Dr. Shakuntala Banaji und hat sich – wenn auch nur implizit – in machen Statements gezeigt.

Für mich alles in allem, eine wirklich sehr spannende Tagung, von der ich noch lange zehren werde, indem sich die Gedanken weiterspinnen, neuformieren, um in einer neuen Überlegung zu münden.
Allen Beteiligten gilt mein DANK für die wertvollen Gespräche und wohlwollenden Anregungen.

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